Wer Dropshipping in Deutschland betreibt, muss sich nicht nur um Produkte und Logistik kümmern, sondern auch um die steuerlichen Rahmenbedingungen. Gerade für Gründer ist es wichtig zu wissen, welche Pflichten auf sie zukommen. Diese Einführung hilft dir dabei, ein komplexes Thema einfach und verständlich zu durchblicken.
Was hinter dem Dropshipping Modell steckt
Beim Dropshipping agierst du als Händler, ohne je ein Lager betreten oder besitzen zu müssen. Die Ware geht direkt vom Lieferanten zum Kunden. Doch viele fragen sich: Was ist Dropshipping eigentlich genau, und ist das überhaupt legal? Die Antwort: Ja, unter bestimmten Bedingungen. Du brauchst keine eigene Lagerhaltung, aber es gelten klare Dropshipping Voraussetzungen, die du unbedingt kennen solltest.
Du trittst als Verkäufer auf, präsentierst die Produkte in deinem Shop und kümmerst dich um Marketing, Kundenkommunikation und rechtliche Grundlagen, aber die Abwicklung der physischen Lieferung übernimmt dein Lieferant. Rechtlich bist du dabei voll verantwortlich, auch wenn du die Ware nie selbst in der Hand hältst. Wichtig: Nur weil du keine Lagerkosten hast, heißt das nicht, dass du dich um nichts kümmern musst. Verträge, Zollfragen, rechtssichere Rechnungen und transparente AGB gehören zum Pflichtprogramm, wenn du das Modell professionell betreiben willst.
Diese Steuerarten betreffen dich beim Dropshipping
Je nachdem, wie dein Geschäft aufgebaut ist, können beim Dropshipping unterschiedliche Steuerarten relevant werden, selbst im Nebengewerbe. Entscheidend ist dabei nicht nur dein Umsatz, sondern auch, wo deine Kunden und Lieferanten sitzen. Wer sich fragt, welches Gewerbe für Dropshipping nötig ist, sollte die steuerlichen Auswirkungen von Beginn an auf dem Schirm haben. In der Praxis sind besonders die Umsatzsteuer und Einkommensteuer relevant.
Wenn dein Lieferant die Ware direkt in ein EU-Land versendet, in dem deine Kunden ansässig sind, wirst du dort ab dem ersten Euro umsatzsteuerpflichtig. Das OSS-Verfahren kann dir in diesem Fall nicht weiterhelfen. Auch die Kleinunternehmerregelung solltest du kennen! Sie ist beim grenzüberschreitenden Versand jedoch oft unpraktisch. Selbst wenn du Dropshipping nur nebenberuflich betreibst, kommst du um eine steuerliche Anmeldung nicht herum. Und je internationaler dein Geschäft, desto komplexer wird die steuerliche Behandlung, auch innerhalb der EU gelten besondere Regeln.
Steuern im Dropshipping – Wichtige Punkte
#1 Deine Einkünfte und die Einkommensteuer
Einnahmen aus Dropshipping gelten als gewerbliche Einkünfte, unabhängig davon, ob du haupt- oder nebenberuflich tätig bist. Die Gewinnermittlung erfolgt dabei meist über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), was für Einzelunternehmer eine einfache Lösung darstellt. Wichtig zu wissen: Auch bei geringen Umsätzen kann eine Steuerpflicht bestehen. Wer Dropshipping in Deutschland steuerlich korrekt angehen will, sollte diese Pflicht von Anfang an einplanen.
#2 Einfuhrumsatzsteuer und mögliche Zollgebühren
Wenn du Produkte aus Drittländern wie China importierst, fällt in der Regel Einfuhrumsatzsteuer an. Grundlage dafür ist der sogenannte Zollwert, also der Wert der Ware inklusive Versand- und Versicherungskosten. Je nach Produktart und Warenwert können außerdem Zollgebühren hinzukommen, bei niedrigen Beträgen ist allerdings auch Zollfreiheit möglich.
#3 Umsatzsteuer im grenzüberschreitenden Onlinehandel
Verkaufst du Waren innerhalb oder außerhalb der EU, musst du die jeweiligen Umsatzsteuerregelungen im internationalen Versand beachten. Wichtig: Bereits ab dem ersten Euro Umsatz bist du in jedem Land verpflichtet, eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Die dafür anfallenden Compliance-Kosten, etwa für Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuerberater, liegen schnell bei 2.500 Euro oder mehr pro Land. Dazu gehören u. a. die Anmeldung einer Umsatzsteuer-ID sowie, innerhalb der EU, die Nutzung des OSS-Verfahrens. Besonders komplex wird es beim Einsatz von Fulfillment-Dienstleistern aus Drittstaaten, da hier spezielle Sonderregelungen gelten, die eine sorgfältige steuerliche Prüfung erforderlich machen.
Kleinunternehmerregelung beim Start mit Dropshipping
Gerade für Einsteiger im E-Commerce wirkt die Kleinunternehmerregelung attraktiv. Sie greift, wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und du im laufenden Jahr voraussichtlich nicht über 100.000 € kommst. Neu ist: Für frisch gegründete Unternehmen wurde die Regelung vereinfacht. Du musst lediglich darauf achten, im Gründungsjahr die Grenze von 100.000 € Umsatz nicht zu überschreiten. Sobald diese Grenze überschritten wird, entfällt die Kleinunternehmerregelung, und deine Umsätze sind regulär zu versteuern – inklusive Umstellung der Rechnungsstellung. Mehr Details dazu findest du auch in unserem Blog zur Kleinunternehmerregekung.
Für dich bedeutet das: Du musst keine Umsatzsteuer ausweisen und auch keine Umsatzsteuervoranmeldungen beim Finanzamt einreichen, was den administrativen Aufwand deutlich senkt. Doch die Vereinfachung bringt auch klare Grenzen mit sich, vor allem im geschäftlichen Kundenumfeld.
B2B-Kunden bevorzugen in der Regel Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer, um sich diese später vom Finanzamt zurückholen zu können. Fällt dieser Vorteil weg, kann das deine Wettbewerbsfähigkeit schmälern, besonders bei hochpreisigen Produkten. Auch auf lange Sicht solltest du bedenken, dass du als Kleinunternehmer keine Vorsteuer aus deinen Betriebsausgaben ziehen kannst, was sich auf deine Dropshipping Kosten negativ auswirken kann. Die Kleinunternehmerregelung ist also eine steuerliche Erleichterung für den Start, aber keine Dauerlösung für wachstumsorientierte Shops. Spätestens wenn dein Umsatz steigt oder du dich stärker im B2B-Bereich positionieren willst, solltest du über den Wechsel zur Regelbesteuerung nachdenken, auch um langfristig professionell auftreten zu können.
Die Buchhaltung im Griff haben
Wer mit Dropshipping durchstartet, kommt an der Buchhaltung nicht vorbei. Als Unternehmer bist du gesetzlich verpflichtet, eine ordnungsgemäße Buchführung zu führen, egal ob im Haupt- oder Nebenerwerb. Sämtliche Belege, Transaktionen und geschäftlichen Vorgänge müssen vollständig und nachvollziehbar dokumentiert werden. Das gilt auch dann, wenn du keine eigene Lagerhaltung hast oder die Lieferwege automatisiert laufen.
Gerade beim Thema Dropshipping auf rechtlicher Seite tauchen oft Fragen auf, die sich auf Rechnungen, Belegpflicht oder digitale Zahlungen beziehen. Um hier den Überblick zu behalten, helfen Buchhaltungs-Tools wie Lexoffice oder Sevdesk. Sie ermöglichen dir, Einnahmen und Ausgaben effizient zu erfassen, Belege digital zu archivieren und sogar automatisch Steuerdokumente zu generieren.
Ein sauberes Buchhaltungssystem schützt dich nicht nur vor Ärger mit dem Finanzamt, sondern ist auch die Basis für unternehmerische Entscheidungen. Vom Cashflow bis zur Gewinnermittlung. Wer von Anfang an professionell arbeitet, vermeidet spätere Nachzahlungen und behält die volle Kontrolle über sein Business.
Umsatzsteuer im Detail
Hinweis
Beim Dropshipping unter der Regelbesteuerung musst du auf deinen Rechnungen die Umsatzsteuer korrekt ausweisen. In Deutschland sind das in der Regel 19 %, in bestimmten Fällen 7 %. Gerade wenn du Plattformen wie Amazon FBA oder Shopify nutzt, wird das Thema besonders sensibel. Denn hier greifen oft spezielle Steuerregelungen, insbesondere wenn Waren in anderen EU-Ländern gelagert werden. In solchen Fällen musst du dich möglicherweise zusätzlich im jeweiligen Land steuerlich registrieren und das schon bei vergleichsweise geringen Umsätzen. Wer das übersieht, riskiert hohe Nachzahlungen und rechtliche Konsequenzen.
Viele Gründer stellen sich anfangs die Frage, ob sie überhaupt ein Gewerbe für Dropshipping anmelden müssen. Die Antwort ist in nahezu allen Fällen: Ja. Denn auch ohne eigene Lagerhaltung betreibst du ein auf Dauer angelegtes, gewinnorientiertes Unternehmen und das ist meldepflichtig. Parallel dazu musst du auch deine Einnahmen korrekt beim Dropshipping versteuern. Die Umsatzsteuer ist dabei nur ein Teilaspekt, aber einer, der bei grenzüberschreitenden Verkäufen schnell komplex werden kann.
Wer hier von Anfang an sauber arbeitet und die passenden Verfahren nutzt, spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld und kann sich auf den Aufbau seines Geschäfts konzentrieren, statt auf Steuerprobleme.
Wer trägt die Umsatzsteuer im Dropshipping?
Im Dropshipping ist in der Regel der Verkäufer verpflichtet, die Umsatzsteuer im Bestimmungsland abzuführen, also dort, wo der Kunde sitzt.
Wer mit einem eigenen Online Shop Steuern korrekt abwickeln will, sollte diese Faktoren unbedingt beachten, vor allem bei internationalen Lieferketten. Fehler in der Zuordnung können teuer werden und schnell zu Nachzahlungen führen.
Was beim Zoll zu beachten ist
Wer regelmäßig Waren aus dem Nicht-EU-Ausland importiert, sollte die Zollvorgaben genau kennen. Neben den allgemeinen Zollfreigrenzen gelten auch Bagatellgrenzen, unter denen keine Abgaben anfallen. Bei gewerblichen Importen ist eine Anmeldung beim Zoll empfehlenswert, insbesondere bei wiederkehrenden Sendungen. Zusätzlich brauchst du eine EORI-Nummer, um professionell auftreten und reibungslos abwickeln zu können. Verzögerungen durch Zollprüfungen sind ebenfalls einzuplanen, da sie die Lieferzeit beeinflussen können. Wer sich fragt, muss man bei Dropshipping Steuern zahlen, wird feststellen: Ja – und der Zoll ist dabei ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Buchhaltung im Dropshipping strukturiert aufbauen
Eine saubere Buchhaltung ist beim Dropshipping Pflicht, nicht nur, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern auch, weil du damit langfristig den Überblick über dein Business behältst. Alle Einnahmen und Ausgaben müssen vollständig und lückenlos aufgezeichnet werden. Das betrifft sowohl Verkaufsumsätze als auch Kosten für Tools, Versand, Werbung oder Produktbeschaffung.
Gerade in der Wachstumsphase helfen dir Buchhaltungs-Tools wie Lexoffice, Billbee oder Sevdesk dabei, deine Prozesse zu automatisieren. Sie ermöglichen eine digitale Belegarchivierung, automatische Bankabgleiche und die Erstellung von Rechnungen inklusive rechtlicher Pflichtangaben. So sparst du nicht nur Zeit, sondern vermeidest auch typische Fehler, die später teuer werden können.
Da du das OSS Verfahren nicht nutzen kannst, solltest du dir sofort Gedanken darüber machen ob sich das Konstrukt aufgrund der entstehenden Compliance Kosten überhaupt rechnet.
Rechtliche und gewerbliche Voraussetzungen
Bevor du mit dem Verkauf starten darfst, musst du dein Dropshipping-Business offiziell beim Gewerbeamt anmelden. Die Gewerbeanmeldung ist gesetzlich verpflichtend, unabhängig davon, ob du haupt- oder nebenberuflich tätig bist. Parallel solltest du das Dropshipping Finanzamt über den Beginn deiner gewerblichen Tätigkeit informieren. Das erfolgt über den steuerlichen Erfassungsbogen, der heute digital ausgefüllt werden kann.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Wahl der Rechtsform. Einzelunternehmen, GbR oder GmbH – jede bringt unterschiedliche steuerliche und haftungsrechtliche Konsequenzen mit sich. Gerade bei wachsendem Umsatz kann sich eine Umstrukturierung lohnen, um steuerlich besser aufgestellt zu sein. Außerdem brauchst du ein rechtssicheres Impressum, korrekte AGB sowie eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung auf deiner Website. Diese Inhalte sind nicht nur Pflicht, sondern schützen dich vor Abmahnungen und rechtlichen Fallstricken. Je nach Zielgruppe und Angebot kann es auch sinnvoll sein, einen Steuerberater hinzuzuziehen, vor allem dann, wenn du international expandierst oder mit komplexen Fulfillment-Strukturen arbeitest.
Technische Umsetzung
Die Wahl der richtigen Shop-Plattform ist nicht nur eine Designfrage, sie beeinflusst auch, wie gut du die Steuern bei Dropshipping in den Griff bekommst. Shopify bietet dir beispielsweise umfangreiche Steuerkonfigurationen für den internationalen Handel, inklusive der automatisierten Berechnung von Umsatzsteuer je nach Zielland. Ergänzend helfen Plugins für OSS-Meldungen, Rechnungserstellung oder die Anbindung an Buchhaltungsprogramme wie Lexoffice oder Sevdesk.
Für die Produktbeschaffung lassen sich Tools wie DSers oder Spocket direkt in Shopify integrieren. Das ermöglicht eine automatisierte Abwicklung von Bestellungen inklusive Lieferverfolgung. Auch für andere Plattformen wie WooCommerce oder Shopware gibt es ähnliche Lösungen, allerdings mit unterschiedlichem Integrationsaufwand.
Hinweis
Wichtig: Die eingesetzte Technik sollte deine steuerlichen Prozesse nicht behindern, sondern unterstützen. Eine gut gewählte Infrastruktur spart dir nicht nur Zeit, sondern sorgt auch dafür, dass du deine steuerlichen Pflichten zuverlässig erfüllen kannst – besonders im internationalen Versand.
Steuerberater für Dropshipper
Dropshipping klingt nach einem einfachen Geschäftsmodell, doch steuerlich wird es schnell komplex. Umsatzsteuer im In- und Ausland, Einfuhrumsatzsteuer bei Drittlandimporten oder die korrekte Erfassung von Transaktionen ohne Expertenwissen geraten viele Gründer schnell an ihre Grenzen. Ein erfahrener Steuerberater für Dropshipping sorgt dafür, dass du deine steuerlichen Pflichten rechtssicher erfüllst und keine kostspieligen Fehler machst.
Bereits in der Gründungsphase ist fachliche Unterstützung sinnvoll. Von der Wahl der passenden Rechtsform über die steuerliche Erfassung beim Finanzamt bis hin zur Entscheidung zwischen Kleinunternehmerregelung und Regelbesteuerung. Ein spezialisierter Steuerberater hilft dir, deine Steuerlast zu optimieren und deinen Gestaltungsspielraum voll auszuschöpfen, ohne gegen geltendes Recht zu verstoßen.
Auch während des laufenden Betriebs ist die Zusammenarbeit Gold wert! Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen lassen sich effizient organisieren und auf deine individuellen Anforderungen zuschneiden. Gerade bei internationalen Verkäufen und Importen kommt es auf exakte Daten, korrekte OSS-Zuordnungen und steuerkonforme Belegführung an. Fehler in diesen Bereichen können teuer werden, hier lohnt sich Prävention durch Fachwissen.
Die DHW Steuerberatung begleitet dich dabei nicht nur fachlich, sondern auch menschlich: digital, persönlich und praxisnah. Mit spezialisierten Lösungen für E-Commerce, Plattformhandel und Shopify kennt DHW die Herausforderungen deiner Branche. Du behältst den Fokus auf dein Business, wir übernehmen die Zahlen. So wirst du steuerlich sicher aufgestellt und kannst langfristig erfolgreich wachsen.
Die häufigsten Steuerfragen im Dropshipping
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Mein Name ist Christian Deák, Steuerberater und
Geschäftsführer der DHW Steuerberatung. Gemeinsam mit meinem Team
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