BWA Auswertung verstehen: So liest du die Zahlen deines Unternehmens richtig

13. Mai 2026by Christian Deák

Die betriebswirtschaftliche Auswertung< kommt jeden Monat. Ausgewertet wird sie bei den wenigsten Unternehmern wirklich. Wer seine BWA Auswertung ernst nimmt, hat ein monatliches Frühwarnsystem zur Hand, das zeigt wo das Unternehmen tatsächlich steht und welche Entscheidungen jetzt dran sind.

Was ist betriebswirtschaftliche Auswertung eigentlich im Kern? Sie ist das monatliche Kontrollinstrument, das dir zeigt wie dein Unternehmen wirtschaftlich aufgestellt ist. Wer zunächst verstehen möchte wie Aufbau und Positionen funktionieren, findet alle Grundlagen im Beitrag zum Thema BWA lesen. Dieser Artikel geht den nächsten Schritt: Was tust du mit den Zahlen, die vor dir liegen?

 

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze

Frühwarnsystem
BWA Auswertung

Die BWA Auswertung ist dein monatliches Frühwarnsystem, kein reines Buchhaltungsdokument.

Kennzahlen
Fünf Werte sofort prüfen

Betriebsergebnis vor Steuern, Rohertrag, Personalkostenquote, Gesamtkostenquote, Betriebsergebnis in % der Gesamtleistung.

Entscheidend ist immer die Quote im Verhältnis zum Umsatz, nicht der Absolutbetrag.

Aussagekraft
Vergleich schlägt Momentaufnahme

Eine einzelne BWA ist eine Momentaufnahme. Erst Vorjahresvergleich oder Plan-Ist-Vergleich macht sie aussagekräftig.

Liquidität
BWA-Ergebnis ≠ Kontostand

Das BWA-Ergebnis ist kein Kontostand. Offene Forderungen, Abschreibungen und Einmaleffekte verzerren das Bild.

Kreditwürdigkeit
Banken prüfen deine Zahlen aktiv

Banken prüfen deine Auswertung nach § 18 KWG aktiv.

Wer seine Zahlen erklären kann, wirkt überzeugender.

Worauf es wirklich ankommt

Die meisten Unternehmer wissen, wie die Grundlage ihrer betriebswirtschaftlichen Auswertung aufgebaut ist. Zwischen Zahlen kennen und Zahlen auswerten liegt aber ein entscheidender Unterschied. BWA lesen bedeutet, die einzelnen Positionen zu verstehen. Die BWA auswerten bedeutet, aus diesen Positionen Schlüsse zu ziehen, Muster zu erkennen und zu entscheiden, was als nächstes zu tun ist.

Viele Unternehmer schauen monatlich kurz auf das Betriebsergebnis und schließen die Datei wieder. Das ist wie auf den Tacho schauen, ohne zu prüfen ob der Motor läuft oder ob Öl fehlt. Die Auswertung beginnt immer mit einer konkreten Frage: Entwickelt sich mein Unternehmen so wie erwartet? Wenn du diese Frage nicht mit einem klaren Ja beantworten kannst, ist das der Einstiegspunkt für eine echte Analyse.

Kennzahlen die du in jeder Auswertung sofort prüfen solltest

Betriebswirtschaftliche Auswertung was ist das als Steuerungsinstrument genau? Ganz einfach: Es ist die Zusammenfassung der wichtigsten Finanzkennzahlen deines Unternehmens, die dir monatlich zeigt ob dein Betrieb operativ profitabel läuft. Starte dabei mit dem Betriebsergebnis vor Steuern: Ist dein Betrieb operativ profitabel? Dieser Wert ist dein wichtigster Einzelindikator.

Schau danach auf den Rohertrag, also Umsatz minus Wareneinsatz. Er zeigt ob dein Kerngeschäft trägt, bevor die Betriebskosten überhaupt anfallen. Ergänzend prüfst du die Personalkostenquote und die Gesamtkostenquote im Verhältnis zur Gesamtleistung. Diese Quoten zeigen dir nicht nur wo du heute stehst, sondern auch wie du dich im Zeitverlauf entwickelst. Den fünften Blick widmest du dem Betriebsergebnis in Prozent der Gesamtleistung. Diese Kennzahl ist der stärkste Einzelwert in jeder Auswertung, weil sie operativen Erfolg unabhängig von absoluten Umsatzzahlen abbildet.

Wichtig: Im E-Commerce ist der Wareneinsatz die wichtigste Größe die deine BWA komplett zerstört. Wir sehen in der Praxis ständig, dass die Leute “blind” laufen, da sie den Warenbestand monatlich buchen.

Rohertrag und Deckungsbeitrag als zentrale Steuergrößen

In der betriebswirtschaftliche BWA Auswertung ist der Rohertrag eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt, besonders für E-Commerce-Unternehmer. Er berechnet sich aus der Gesamtleistung abzüglich des Material- und Wareneinsatzes und zeigt, wie viel von jedem Euro Umsatz nach dem direkten Wareneinkauf übrig bleibt. Ein sinkender Rohertrag bei gleichem oder steigendem Umsatz ist ein klares Warnsignal: Irgendwo in Einkauf, Pricing oder bei den Retouren stimmt etwas nicht.

Der Deckungsbeitrag geht noch einen Schritt weiter. Er zieht zusätzlich die variablen Kosten vom Rohertrag ab und zeigt, was tatsächlich zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt. Für deine Praxis bedeutet das: Die Rohertragsquote ist dein Benchmark. Wenn du weißt, was für dein Geschäftsmodell und deine Branche realistisch ist, erkennst du sofort ob du im normalen Bereich liegst oder ob du an Stellschrauben drehen musst.

Wie du Kosten im Verhältnis zum Umsatz bewertest

Wie sieht eine BWA aus, die dir wirklich zeigt wo du Handlungsbedarf hast? Sie zeigt nicht nur Kostenbeträge, sondern Kostenquoten. Der absolute Betrag einer Kostenposition sagt dir wenig, solange du ihn nicht in Relation zum Umsatz setzt. 10.000 Euro Versandkosten können bei einem Umsatz von 50.000 Euro ein Problem sein, bei 500.000 Euro dagegen völlig normal.

Das Warnsignal in der BWA ist nicht der Absolutwert, sondern die Veränderung der Quote. Wenn deine Versandkostenquote über drei Monate von 8 auf 12 Prozent steigt, braucht das eine Erklärung, auch wenn der absolute Betrag noch im Rahmen wirkt. Für alle großen Kostenpositionen wie Personal, Raum, Marketing und Versand gilt dieselbe Logik: Nicht der Betrag ist das Problem, sondern die Richtung der Quote im Zeitverlauf.

Für deine Praxis bedeutet das: Halte dir die wichtigsten Quoten deines Unternehmens im Kopf. Alles was dauerhaft über deinen Erwartungsrahmen klettert, bekommt von dir eine Erklärung bevor du die Auswertung schließt.

Auswertungsmethode

Vorjahresvergleich und Branchenvergleich

Kontext
Einzelmonat vs. Vergleich

Die monatliche BWA Analyse gewinnt erst durch den Vergleich wirklich an Aussagekraft. Eine einzelne Monatsauswertung ist eine Momentaufnahme ohne Kontext.

Erst wenn du die aktuellen Werte mit dem gleichen Monat des Vorjahres vergleichst, erkennst du ob dein Wachstum organisch ist oder nur durch saisonale Effekte überlagert wird.

Trendanalyse
Kumulierte Jahreswerte

Kumulierte Jahreswerte glätten kurzfristige Ausreißer und zeigen den echten Trend.

E-Commerce
Branchenvergleich als Orientierung

Noch aussagekräftiger wird das Ganze, wenn dein Steuerberater die Kennzahlen mit Branchendurchschnittswerten spiegeln kann. Gerade für E-Commerce-Unternehmer ist dieser Branchenvergleich besonders wertvoll.

Du siehst dann, ob deine Rohertragsquote, deine Retourenkosten oder dein Marketinganteil im Vergleich zu ähnlichen Betrieben im normalen Bereich liegen oder ob du strukturell schlechter aufgestellt bist als der Markt.

Abweichungen erkennen und richtig einordnen

Die BWA zeigt dir was passiert ist. Deine Aufgabe als Unternehmer ist herauszufinden warum es passiert ist. Dafür brauchst du eine klare Systematik, wie du auffällige Positionen analysierst bevor du Schlüsse ziehst. Nicht jede Veränderung ist ein Alarm, und nicht jede Ruhe ist ein gutes Zeichen.

Die Fähigkeit eine Abweichung korrekt zu klassifizieren ist der Kern echter Auswertungskompetenz. Sie unterscheidet Unternehmer die ihre Zahlen wirklich nutzen von denen, die nur reagieren wenn das Problem längst sichtbar ist.

Was eine starke Abweichung wirklich bedeutet

Als Faustregel gilt: Eine Abweichung von mehr als 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Vormonat oder dem gleichen Monat im Vorjahr ist stark und braucht eine Erklärung. Bevor du reagierst, stellst du dir drei Fragen.

    • War die Abweichung geplant oder überraschend?

Eine geplante Abweichung durch eine Sonderinvestition oder Marketingaktion ist kein Problem. Eine ungeplante ist immer ein Signal zur Nachforschung.

    • Ist die Abweichung einmalig oder wiederkehrend?

Ein einmaliger Ausreißer durch eine verspätete Zahlung ist anders zu bewerten als eine Position, die sich drei Monate hintereinander in dieselbe Richtung bewegt.

    • Betrifft die Abweichung Umsatz, Kosten oder beides gleichzeitig?

Ein Umsatzrückgang bei stabilen Kosten ist ein anderes Problem als gleichzeitig sinkender Umsatz und steigende Kosten. Letzteres erfordert sofortige Aufmerksamkeit.

Saisonale Schwankungen vs. strukturelle Probleme

Ein häufiger Fehler bei der BWA-Auswertung ist, saisonale Schwankungen als strukturelle Probleme zu interpretieren oder umgekehrt strukturelle Probleme durch saisonale Erklärungen kleinzureden. Saisonale Schwankungen sind vorhersehbar, wiederkehrend und durch Kalendereffekte oder Branchenlogik erklärbar. Das Januarloch im E-Commerce, der Q4-Peak, die Sommerflaute, das sind bekannte Muster, die du antizipieren und in deiner Planung berücksichtigen solltest.

Ein strukturelles Problem zeigt sich über mehrere Monate in Folge, ohne externe Erklärung, und verschlechtert sich tendenziell. Wenn deine Rohertragsquote in drei aufeinanderfolgenden Monaten sinkt und du das nicht mit einem Sondereffekt erklären kannst, ist das strukturell. Konkret heißt das für dich: Saisonale Schwankungen sollten dich nie überraschen. Wenn sie es tun, fehlt der Plan-Ist-Vergleich.

Plan-Ist-Vergleich

Plan-Ist-Vergleich

Der Plan-Ist-Vergleich ist die konsequente Weiterentwicklung der BWA-Auswertung. Er stellt deine geplanten Werte je Monat den tatsächlich gebuchten Werten gegenüber. Ohne Planwerte weißt du schlicht nicht, ob ein Ergebnis gut oder schlecht ist. Ein Umsatz von 80.000 Euro kann ein Erfolg sein, wenn du 60.000 geplant hattest, oder eine Enttäuschung, wenn du mit 100.000 gerechnet hast.

Die Minimalversion des Plan-Ist-Vergleichs ist überschaubar: Du legst zu Jahresbeginn eigene Erwartungswerte für Umsatz und die drei größten Kostenpositionen fest. Für E-Commerce-Unternehmer sind das in der Regel Wareneinsatz, Versandkosten und Marketingbudget. Wenn du diese drei Positionen monatlich mit einem Erwartungswert vergleichst, gewinnst du sofort eine Einordnung, die die bloßen Ist-Zahlen alleine nie liefern können.

Von der Auswertung zur Entscheidung

Die Bedeutung der BWA für deinen Unternehmensalltag geht weit über einen monatlichen Überblick hinaus. Sie ist der Ausgangspunkt für Entscheidungen, kein Selbstzweck. Zahlen lesen ist Pflicht, handeln ist Kür. Wer jeden Monat auswertet aber nie etwas verändert, betreibt aufwendige Kontrolle ohne Wirkung.

Wann du auf Basis der Zahlen handeln solltest

Die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung liefert dir konkrete Triggerpunkte für Entscheidungen. Wenn dein Rohertrag zwei Monate in Folge sinkt, ist das ein Signal. Wenn deine Personalkostenquote dauerhaft über dem Branchenrichtwert liegt, ist das ein Signal. Wenn dein Betriebsergebnis unter null rutscht, ist das ein dringendes Signal. Einmal ist kein Muster, zweimal ist ein Hinweis, dreimal ist ein strukturelles Problem das Maßnahmen erfordert.

Wichtig dabei: Maßnahmen müssen zur Ursache passen. Sinkende Marge bei stabilen Kosten erfordert eine andere Reaktion als steigende Fixkosten bei stabilem Umsatz.

Praxisbeispiel: Ein E-Commerce-Unternehmer erkennt in seiner BWA, dass der Anteil der Werbekosten am Umsatz von 12 auf 19 Prozent gestiegen ist. Die Konsequenz ist nicht automatisch eine Budgetkürzung, sondern zunächst eine Analyse der ROAS-Entwicklung und eine bewusste Entscheidung über Ziele und Budget.

Besonders relevant: Die aktuelle BWA ist die Grundlage für die Anpassung deiner Steuervorauszahlungen. Wenn sich dein Gewinn im laufenden Jahr deutlich von der Vorjahresprognose entfernt, kannst und solltest du eine Anpassung beim Finanzamt beantragen. Wie die unterjährige Anpassung der Einkommensteuervorauszahlungen funktioniert und wann sie sich lohnt, haben wir in einem eigenen Beitrag ausführlich erklärt.

BWA im Kreditgespräch: Was Banken und Investoren wirklich prüfen

Banken sind nach § 18 KWG gesetzlich verpflichtet, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen anzufordern, sobald ein Unternehmen einen Kredit beantragt. Geprüft wird dabei nicht nur das aktuelle Ergebnis. Banken schauen auf die Stabilität des Betriebsergebnisses über mehrere Monate, auf die Entwicklung der Kostenquoten und auf die Eigenkapitalquote. Ein einmalig gutes Monat überzeugt niemanden. Eine konsistente, erklärbare Entwicklung über ein Jahr schon.

Der häufigste Fehler: Die BWA wird nur reaktiv auf Anforderung der Bank erstellt statt monatlich gepflegt. Eine aktuelle, gut dokumentierte Auswertung mit Vorjahresvergleich signalisiert dem Kreditgeber, dass du dein Unternehmen aktiv steuerst. Wer auf Fragen zur eigenen Kennzahlenentwicklung souverän antworten kann, wirkt deutlich überzeugender als jemand, der erst nachschlagen muss.

Als E-Commerce-Unternehmer mit spezifischen Anforderungen an Buchhaltung, Controlling und steuerliche Gestaltung profitierst du davon, mit einem Steuerberater zusammenzuarbeiten, der dein Geschäftsmodell wirklich versteht und deine BWA entsprechend aufzubereiten weiß.

Wie du die Auswertung im Gespräch mit deiner Steuerberatung nutzt

Das Gespräch mit deiner Steuerberatung ist der produktivste Einsatz deiner BWA. Aber nur wenn du vorbereitet in das Gespräch gehst. Konkret heißt das: Du schaust dir deine aktuelle Auswertung vor dem Termin an und nimmst mindestens drei offene Fragen mit.

  • Welche Position ist auffällig?
  • Wo siehst du Optimierungspotenzial?
  • Was sagen die Zahlen über anstehende Investitionsentscheidungen aus?

Vorauszahlungen, Rückstellungsplanung, Investitionsüberlegungen, all das beginnt mit einem gezielten Blick in die aktuelle BWA. Je mehr du deine eigenen Zahlen verstehst, desto produktiver wird das Beratungsgespräch. Dein Steuerberater kann dann strategisch anstatt erklärend arbeiten. Bei der DHW bekommst du deine aktuelle Auswertung direkt auf dein Smartphone, damit du jederzeit und überall auf aktuelle Zahlen zugreifen kannst.

Typische Fehler BWA Auswertung

Typische Fehler bei der BWA Auswertung

Die häufigsten Fehler bei der BWA Auswertung entstehen nicht aus Unwissenheit über Buchhaltung. Sie entstehen aus falschen Annahmen darüber, was die BWA zeigt und was sie bewusst ausblendet. Wer diese Grenzen kennt, interpretiert seine Zahlen deutlich zuverlässiger und trifft bessere Entscheidungen auf dieser Basis.

Fehlbuchungen und ihre Auswirkung auf das Ergebnis

Eine BWA ist nur so gut wie die Buchungen dahinter. Das Prinzip lässt sich kurz auf den Punkt bringen: Garbage in, garbage out. Wenn Privatausgaben als Betriebsausgaben gebucht werden, wenn Ausgaben auf falschen Kostenstellen landen oder wenn Umsätze falsch periodisiert werden, zeigt deine Auswertung ein verzerrtes Bild. Die Entscheidungen, die du daraufhin triffst, basieren dann auf falschen Daten.

Typische Anzeichen für Fehlbuchungen sind Sprünge in einzelnen Positionen ohne betriebliche Erklärung. Wenn deine Werbekosten in einem Monat plötzlich dreifach so hoch sind wie sonst, ohne dass eine größere Kampagne läuft, ist das ein Hinweis auf eine Fehlbuchung. Für deine Praxis bedeutet das: Auffällige Positionen sofort ansprechen und klären, nicht bis zum Jahresabschluss warten. Je früher eine Fehlbuchung korrigiert wird, desto geringer die Auswirkung auf alle folgenden Auswertungen.

Warum dein Ergebnis vom tatsächlichen Kontostand abweicht

Einer der häufigsten Denkfehler ist die Gleichsetzung vom Ergebnis der BWA und dem Kontostand. Das Ergebnis in der Auswertung ist ein buchhalterisches Ergebnis. Es zeigt den wirtschaftlichen Erfolg nach Buchhaltungsregeln, nicht den tatsächlichen Geldfluss. Ein gebuchter Umsatz, der noch nicht bezahlt wurde, erhöht dein Ergebnis, ohne dass ein Euro auf dem Konto ankommt.

Konkretes Beispiel: Wenn deine BWA für November ein Ergebnis von 15.000 Euro ausweist, du aber auf dem Konto nur 3.000 Euro siehst, sind die häufigsten Erklärungen offene Forderungen aus dem Monat, noch ausstehende Umsatzsteuer-Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten die noch nicht abgegangen sind. Dazu kommen Buchungsposten, die erst zum Jahresabschluss entstehen, zum Beispiel Abschreibungen oder Rückstellungen. Die Auswertung sagt dir etwas über Rentabilität, nicht über Liquidität. Beides brauchst du, aber es sind zwei verschiedene Werkzeuge.

Einmalige Effekte die das Bild verzerren

Einmalige Erträge oder Aufwendungen können das Monatsergebnis in der BWA erheblich verzerren, wenn du sie nicht bewusst herausrechnest. Ein Beispiel: Du verkaufst einen alten Betriebswagen und erzielst dabei einen außerordentlichen Ertrag von 8.000 Euro. Das Monatsergebnis sieht dadurch deutlich besser aus, als der operative Betrieb tatsächlich läuft. Wer diesen Effekt nicht kennt oder vergisst, zieht aus dem Vergleich mit den Folgemonaten falsche Schlüsse.

Einmaleffekte erkennst du daran, dass eine Position nur in einem einzelnen Monat auftaucht und keine Entsprechung im Vorjahr hat.

Die Empfehlung ist klar: Bereinige dein monatliches Kernergebnis gedanklich um bekannte Einmaleffekte, bevor du Trends abliest oder Entscheidungen triffst. Nur so bekommst du ein realistisches Bild davon, wie dein Betrieb operativ wirklich läuft.

Wie du die Aussagekraft deiner Auswertung gezielt erhöhst

Wer seine betriebswirtschaftliche Auswertung erstellen und langfristig als Steuerungsinstrument nutzen will, sollte von Anfang an auf eine gute Aufbereitung achten. Der erste Schritt: Lass dir von deinem Steuerberater die Vorjahresvergleichsspalte und die Prozentspalten einblenden. Damit siehst du sofort Abweichungen, ohne selbst rechnen zu müssen.

Der zweite Schritt ist die Kommentierung. Ein Steuerberater, der auffällige Positionen monatlich mit einem kurzen Kommentar versieht, spart dir viel Interpretationsaufwand. Der dritte Schritt ist die Zeitreihe: Wenn du zwölf Monate nebeneinander betrachtest, werden Muster sichtbar, die ein Einzelmonat nie zeigen kann. Und für E-Commerce-Unternehmer mit mehreren Vertriebskanälen, zum Beispiel Amazon und eigener Shop, lohnt sich zusätzlich die Einrichtung einer Kostenstellenrechnung je Kanal. Du siehst dann nicht nur das Gesamtergebnis, sondern auch welcher Kanal tatsächlich profitabel läuft und welcher nicht.

Genau hier macht der Steuerberater den Unterschied. Die DHW ist spezialisiert auf E-Commerce-Unternehmer und kennt die typischen Strukturen, Kanäle und Herausforderungen in deinem Geschäftsmodell. Wenn du deine BWA nicht nur abheften, sondern wirklich als Steuerungsinstrument nutzen willst, sprich uns gerne direkt an.

 

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen meiner BWA lesen und sie wirklich auswerten und warum macht das für mein Unternehmen einen Unterschied?
+

BWA lesen bedeutet, die Zahlen zu kennen und zu verstehen, was einzelne Positionen bedeuten. BWA auswerten geht einen entscheidenden Schritt weiter: Du ziehst Schlüsse, erkennst Muster und leitest konkrete Maßnahmen ab. Wer seine BWA nur liest, weiß wie es war. Wer sie auswertet, entscheidet was als nächstes passiert.

Welche Kennzahlen in der betriebswirtschaftlichen Auswertung sollte ich als Unternehmer als erstes unter die Lupe nehmen?
+

Starte mit dem Rohertrag: Er zeigt ob dein Kerngeschäft trägt. Schau dann auf das Betriebsergebnis vor Steuern, die Personalkostenquote und die Gesamtkostenquote im Verhältnis zur Gesamtleistung. Diese vier Werte geben dir in unter fünf Minuten ein klares Bild davon, ob dein Unternehmen auf Kurs ist.

Warum weist meine BWA ein positives Ergebnis aus, obwohl auf meinem Geschäftskonto kaum etwas drauf ist?
+

Die BWA zeigt ein buchhalterisches Ergebnis, keinen Kontostand. Umsätze die noch nicht bezahlt wurden, offene Verbindlichkeiten und bevorstehende Steuerzahlungen tauchen im BWA-Ergebnis nicht auf. Ein Gewinn in der BWA bedeutet also nicht, dass das Geld bereits auf dem Konto ist. Für die Liquiditätsplanung brauchst du deshalb zwingend ein separates Werkzeug.

Wie oft sollte ich als Unternehmer meine betriebswirtschaftliche Auswertung aktiv auswerten und nicht nur abheften?
+

Monatlich, ohne Ausnahme. Die BWA wird monatlich erstellt und verliert ihren Wert wenn sie ungelesen im Ordner landet. Nur wer die Zahlen regelmäßig analysiert, erkennt Trends und Abweichungen früh genug um noch gegenzusteuern. Wer bis zum Jahresabschluss wartet, erfährt Probleme meist dann wenn sie bereits eskaliert sind.

Was bedeutet es konkret für mein Unternehmen, wenn das Betriebsergebnis in der BWA über mehrere Monate negativ ist?
+

Ein negatives Betriebsergebnis bedeutet: Die Kosten übersteigen die Erträge, der Betrieb arbeitet operativ mit Verlust. Einmalig kann das saisonal erklärbar sein. Zwei oder drei Monate in Folge ist es ein klares Signal zum Handeln. Dann gilt es die größten Kostenpositionen zu prüfen und zu entscheiden ob strukturelle Maßnahmen bei Kostenstruktur oder Umsatzentwicklung notwendig sind.

Welche konkreten Daten und Kennzahlen aus meiner betriebswirtschaftlichen Auswertung prüft die Bank, wenn ich einen Kredit beantrage?
+

Banken sind nach § 18 KWG verpflichtet, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen anzufordern. Geprüft werden vor allem die Stabilität des Betriebsergebnisses über mehrere Monate, die Entwicklung der Kostenquoten und die Eigenkapitalquote. Wer seine Zahlen kennt und erklären kann warum sich eine Position verändert hat, wirkt deutlich überzeugender als jemand, der auf Rückfragen nicht vorbereitet ist.

Was genau ist ein Plan-Ist-Vergleich in der BWA und warum reicht es nicht aus, sich nur die aktuellen Ist-Zahlen anzuschauen?
+

Der Plan-Ist-Vergleich stellt deine geplanten Werte den tatsächlichen Zahlen der BWA gegenüber. Ohne eigene Planwerte weißt du nicht, ob ein Ergebnis gut oder schlecht ist. Ein Umsatz von 50.000 Euro kann ein Erfolg oder eine Enttäuschung sein, je nachdem was du geplant hattest. Schon einfache Planwerte für Umsatz und die drei größten Kostenpositionen machen deine BWA deutlich aussagekräftiger.

Was kann ich tun, damit meine betriebswirtschaftliche Auswertung aussagekräftiger wird und mir wirklich bei Entscheidungen hilft?
+

Lass dir von deinem Steuerberater Vorjahresvergleichs- und Prozentspalten einblenden und auffällige Positionen monatlich kurz kommentieren. Bau über zwölf Monate eine Zeitreihe auf, damit Muster sichtbar werden. Wenn du mehrere Vertriebskanäle betreibst, lohnt sich zusätzlich eine Kostenstellenrechnung je Kanal, zum Beispiel getrennt für Amazon und den eigenen Shop.

 

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Mein Name ist Christian Deák, Steuerberater und
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